


Für die Motive
seiner Bilder verlässt Clemens Wolf (1981) die Sicherheit seines
Ateliers, um die unbekannten, unzugänglichen und versteckten Plätze
der modernen Stadt zu erkunden. Seine Kunst offenbart, dass die
ehemaligen Orte industrieller Produktion und Fortschritts, verlassene
und unheimliche Symbole für Stilllegung und Schließung, Zerstörung
und Verfall geworden sind. Die raue Schönheit und malerischen
Qualitäten der Unordnung, der zufälligen und mehrdeutigen Formen
von Ruinen, hervorgerufen durch die zeitlich langen Prozesse der
Sedimentation, der Erosion und des Verfalls, erinnern an die
romantische Idee des Pittoresken, wo Chaos und Zufall als bedeutende
ästhetische Prinzipien verstanden werden.
In den jüngsten
Werken mit dem Űbertitel “Silent Guards/ Stille Wächter”
konzentriert sich der Künstler auf Maschendraht- und Bauzäune,
welche gleichzeitig als physische Barrieren und visuelles
Bezugssystem fungieren. Das formelle Prinzip des Rasters bezieht sich
auch auf die Arbeitstechnik von Clemens Wolf, bei der Schablonen und
Scherenschnitte auf unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen.